Rolf Parton
zum Gedenken

Am 2. März verstarb der in Tulfes wohnhafte und weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannte Schauspieler und Regisseur Rolf Parton, geboren am 12. September 1944 in Wien. Er besuchte in Wien am damaligen Horak-Konservatorium die Schauspielschule. Seine ersten Erfahrungen am Theater absolvierte er als Schauspieler und Regisseur am Aktionstheater und im Cafetheater Wien, dem heutigen Ensembletheater, dem folgten Engagements in der Schweiz, Deutschland und Österreich, wo er auch unter namhaften Regisseuren spielte.

1989 übersiedelte er nach Tulfes und lebte hier als freischaffender Autor und Regisseur und leitete das Kindertheater „Die Kiste“, führte Regie unter anderem bei den Passionsspielen in Erl, bei den Burgspielen in Hall, bei den Zillertaler Volksschauspielen, bei den Schlossbergspielen in Rattenberg, im Kleinen Theater in Bruneck und bei der Pustertaler Theatergemeinschaft.

Den Tulfern bekannt wurde er hauptsächlich durch seine Regie „Die Räuber am Glockenhof“, welche 1994 anlässlich des 10jährigen Jubiläums der Tulfer Dorfbühne am Originalschauplatz mit über 9.000 Zusehern äußerst erfolgreich aufgeführt wurden. Dazu schrieb er auch das Stück neu, die Regiearbeit führte er ehrenamtlich durch.

1997 wurden auf Initiative von Bgm. Gatt und Rolf Parton die Freilichtspiele am Glockenhof gegründet, und mit „Die Pfaffin“ wurde der Spielort sehr erfolgreich wiederbelebt. Buch und Regie Rolf Parton, ebenso wie 1998 „Der Hexer“, 1999 „Liliom“ am Köglhof in Ampass, 2000 „Jeppe vom Berge“. 2003 wurden „Die Räuber am Glockenhof“ wiederholt.

2005 inszenierte er „Sturm und Geist“ im Stift Fiecht bei Vomp, im Herbst wurde unter seiner Regie „Der Galgenvogel“ im ORF Kulturhaus aufgeführt.

Um 2005 schrieb er das Theaterstück „Schlafes Bruder“, nach der Originalvorlage von Robert Schneider. Mehrere Pläne zu dessen Aufführung mussten aber immer wieder verworfen werden, sodass schlussendlich dieser letzte große Traum Rolf Partons unerfüllt blieb.

Er hat als Autor auch Gedichtbände veröffentlicht.

Er war als großartiger Regisseur und leidenschaftlicher
Theatermensch bekannt und teilweise auch gefürchtet, was ihm nicht immer nur Freunde machte. Er würde sich aber wundern, wieviele Menschen gerne und dankbar an ihn denken.



Helmut Kohler, Tulfer Gemeindeblatt April 2017